Mehrteilige Beitragsreihe zum Thema Stress & Entspannung

Stress und Entspannung

Aus dem Gleichgewicht - was bedeutet Stress für unseren Körper?

In dieser Beitragsreihe möchten wir euch einen Einblick in wichtige Aspekte von Stress und Entspannung verschaffen, euch eine sehr einfache Entspannungsmethode vorstellen und wie erfolgreich diese in verschiedenen Bereichen wirken kann.

Um den Begriff „Stress“ zu verstehen, betrachten wir die menschliche Reaktion auf sogenannte Stressoren – die möglichen Auslöser von Stress. Diese wirken entweder von außen (äußere Stressoren) oder von innen (innere Stressoren) auf uns ein.

Die äußeren Stressoren werden über die Sinnesorgane wahrgenommen, zum Beispiel in Form von Lärm über die Ohren, oder Gefahrensituationen über die Augen. Wie stark man davon „gestresst“ ist, hängt von der interindividuell unterschiedlichen Wahrnehmung ab – nicht jeder empfindet zum Beispiel Lärm als gleichen Stressor.

Noch unterschiedlicher sind die Empfindungen bei den inneren Stressoren. Diese wirken als Produkt des Neocortex (das ist ein Teil unseres Gehirns) und sind größtenteils von unseren bisherigen Lernerfahrungen im Leben abhängig.

Äußere und innere Stressoren stehen in einer Wechselwirkung zueinander und führen wie erwähnt von Person zu Person zu sehr unterschiedlichen Wahrnehmungen von Stress. Unter Stress versteht man also die Summe der körperlichen Vorgänge während der Mensch Stressoren erlebt.

Aber was genau machen diese Stressoren nun mit uns? Stressoren verschieben unsere autonome Balance. Dabei handelt es sich um ein Gleichgewicht in unserem Körper, welches unwillkürlich von unserem vegetativen Nervensystem gesteuert wird. Das sind eine Vielzahl an Körperfunktionen, die quasi automatisch von unserem Körper gesteuert werden: die Atmung, der Kreislauf, die Körpertemperatur, der Stoffwechsel, die Verdauung,… und genau diese Körperfunktionen müssen in einem stetigen Gleichgewicht (in einer Homöostase) gehalten werden.

Diese Arbeit übernehmen der Sympathikus und Parasympathikus (als Teil dieses vegetativen Nervensystems).

Test

Der Sympathikus ist dafür zuständig, unseren Körper auf Leistung vorzubereiten. Seine Aufgabe ist es, Energie im Körper zu mobilisieren, um auf eine empfundene Gefahr (einen Stressor) reagieren zu können – im klassischen Sinne: um zu kämpfen oder zu flüchten.

Dem entgegen steht der Parasympathikus, dessen Aufgabe darin besteht, unsere Körperenergie wieder aufzubauen und zu konservieren.

Das ist ein sehr sinnvolles System, welches uns erlaubt, gut (schnell und kraftvoll) auf Stress reagieren zu können und uns danach wieder zu erholen und Kräfte zu sammeln.

Problematisch wird es aber dann, wenn dieses Gleichgewicht aus der Balance gerät. Wird unser Körper wiederholend und mit zu geringen Pausen Stressoren ausgesetzt, hat er zu wenig (oder im schlimmsten Fall gar keine) Zeit, sich zu erholen. Es kommt durch die vielen Stressreaktionen zu einer sogenannten sympathikotonen Dominanz: es werden zu viele Hormone ausgeschüttet, was sich auf Dauer negativ auf den Körper auswirkt.

Die Folge sind Stresskrankheiten und funktionelle Störungen. Beginnend mit einer Alarmreaktion (wo eine erhöhte Hormonausschüttung stattfindet), geht der Körper über in eine Phase des Widerstandes (wo weitere Hormone bereits Hemmungen und Störungen auslösen, zum Beispiel im Stoffwechsel, in der Empfindlichkeit, im Menstruationszyklus oder in der Schilddrüsenfunktion), und endet dann in einer Erschöpfungsphase (in der wichtige Funktionen für Wachstum, Regenerierung und Widerstand gegen Infektionen zusammenbrechen). Aber es ist nicht zu spät:

Um das zu verhindern oder rückgängig zu machen, ist es wichtig, die Balance zwischen Stress und Erholung – zwischen Spannung und Entspannung – wiederherzustellen.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu erholen und zu entspannen: sei es aktiv draußen in der Natur, oder beim Yoga, oder passiv beim Lesen, beim Malen, bei der Meditation,… auch hier sind wir alle wieder unterschiedlich gestrickt und müssen einfach unsere Favoriten entdecken.

Eine sehr einfach zu erlernende, wenig Zeit in Anspruch nehmende und wissenschaftlich belegte Technik zur erfolgreichen Entspannung ist die „Progressive Muskelentspannung“. Diese wird unser Schwerpunkt in dieser Beitragsreihe sein – im nächsten Beitrag erfahrt ihr mehr über diese Methode!

Hier ist eine Übersicht unserer Beitragsreihe zum Thema Stress & Entspannung für euch - folgt uns (Facebook, Instagram, Twitter) und bleibt informiert, wann unsere nächsten Beiträge veröffentlicht werden!

  1. Aus dem Gleichgewicht - was bedeutet Stress für unseren Körper?
  2. NÄCHSTES THEMA: Was ist „Progressive Muskelentspannung“ (PMR)?
  3. Wie wirkt sich Entspannung auf physiologische (körperliche) Funktionen aus?
  4. In welchen Bereichen findet die PMR Anwendung? Wie wirkt sie auf das Herz-Kreislauf-System (erhöhter Blutdruck)?
  5. Wie effektiv ist PMR bei Neurodermitis?
  6. Wirkt die PMR auf unsere Stimmungslage?
  7. Vorstellung einer „gekürzten“ Variante der PMR
  8. Welchen Einfluss hat PMR auf den Cortisolgehalt (Stresshormon)?
  9. Wie wirkt PMR bei Menschen mit Angstneurosen?
  10. Wie hilft PMR bei Magen-Darm-Problemen?
  11. Eure Wunschthemen! Stress und Entspannung haben so vielschichtige Wirkungen auf unsere Gesundheit, sodass annähernd jeder Lebensbereich betroffen sein kann. Gibt es ein Thema, das euch speziell interessiert und in dieser Beitragsreihe für euch noch zu kurz gekommen ist? Fühlt euch frei, uns eure Wunschthemen zu senden!