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Warum ist körperliche Bewegung bei COPD wichtig?

COPD

Die Rolle von körperlicher Aktivität bei COPD (chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung)

COPD f√ľhrt h√§ufig zu einer reduzierten k√∂rperlichen Leistungsf√§higkeit. Regelm√§√üige Bewegung kann aber dazu beitragen, die physischen Kapazit√§ten wieder zu verbessern und Dyspnoe (Kurzatmigkeit) zu reduzieren.

Was versteht man unter COPD?

COPD (englisch: chronic obstructive pulmonary disease) ist eine chronische Lungenerkrankung, welche mit einer Verengung der Atemwege (‚Äěobstruktiv‚Äú) einhergeht. Betroffen sind dabei die unteren Atemwege. Ausgehend von einer chronischen Entz√ľndung der Atemwege ver√§ndern sich bestimmte Mechanismen der Lunge und es kommt zu einer Remodellierung, also zu Umbauprozessen und damit verbundenen krankhaften Ver√§nderungen des Lungengewebes. Die h√§ufigsten Symptome der COPD sind Atemnot, Husten und Auswurf. Es gibt verschiedene Formen der COPD und Folgeerkrankungen. Chronischer Husten kann ein beginnendes Anzeichen sein und sollte nicht verharmlost werden, um ein fr√ľhzeitiges Erkennen und einen raschen Behandlungsbeginn zu erm√∂glichen und damit den Verlauf zu mildern.

COPD z√§hlt zu den systematischen Erkrankungen. Das bedeutet, es handelt sich nicht ausschlie√ülich um eine Lungenerkrankung, sondern auch andere Organe und Systeme des K√∂rpers k√∂nnen betroffen sein. H√§ufig wird COPD von reduzierter kardiovaskul√§rer Kapazit√§t, reduzierter Kraft der peripheren Muskulatur, hormonellen Ver√§nderungen, systemischen Entz√ľndungen und erh√∂htem Energiebedarf in Ruhe begleitet.

Diese Haupt- und Begleitsymptome können die Fähigkeiten körperlich aktiv zu sein limitieren. Dennoch sollte regelmäßige Bewegung Teil des individuellen Lebensstils sein oder werden!

Welche Rolle spielt körperliche Aktivität?

Bewegung bei COPD

Ein gesunder Lebensstil ist ein wichtiges Prinzip der Behandlung von COPD. Zu den effektivsten Strategien zählt es, das Rauchen zu beenden. Dadurch wird die Mortalität reduziert und Symptome wie Husten und die Produktion von Sekret bessern sich. Sehr häufig wird auch körperliche Aktivität in der Rehabilitation angewendet, um die physische Leistungsfähigkeit, die Lebensqualität und Kurzatmigkeit zu verbessern.

K√∂rperliche Aktivit√§t hat positive Effekte auf physiologische und psychische Bereiche. Durch das Training verbessert sich nicht nur die Leistungsf√§higkeit (verbesserte Kapazit√§t der Sauerstoffaufnahme und Ausdauerleistung), sondern PatientInnen mit COPD erfahren weniger Angst sich zu √ľberlasten und integrieren (wieder) mehr Aktivit√§t in das t√§gliche Leben. Die gesteigerte Kontrolle der Erkrankung und der Kurzatmigkeit verbessert die Lebensqualit√§t. Die Morbidit√§t (Erkrankungsrate, sowie H√§ufigkeit von Komplikationen oder Folgeerkrankungen) sinkt.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass regelm√§√üiges Training zu positive Langzeit-Effekten f√ľhrt, wenn dieses auch nach dem Erreichen eines bestimmten Levels (auch wenn dieser nur niedrig ist) beibehalten wird. Es gilt also: Aktiv werden UND bleiben!

Welche Art von Training wird bei COPD empfohlen?

Nachdem die körperliche Leistungsfähigkeit bei PatientInnen mit COPD reduziert ist, bringt körperliches Training sehr viel wertvolle Aspekte mit sich - physisch und psychisch. Das Training kann einerseits in stabilen Phasen der Erkrankung verfolgt werden, andererseits konnten aber auch positive Effekte in Phasen akuter Exazerbation (Verschlimmerung) beobachtet werden.

Wichtig zu beachten:

  • Vor allem zu Beginn sollte das Training kontrolliert und in Anweisung eines fachkundigen Trainingstherapeuten erfolgen. Funktionelle Tests schaffen eine wichtige Basis, um individuelle k√∂rperliche Limitierungen zu kennen und das Training entsprechend zu planen.
  • Die Sauerstoffs√§ttigung spielt bei COPD eine gro√üe Rolle. Auch w√§hrend dem Training sollte diese nicht unter 88-90 % abfallen. Wenn die S√§ttigung abf√§llt, kann dies ein Zeichen daf√ľr sein, dass die Trainingsintensit√§t oder -dauer zu hoch gew√§hlt ist. Die Sauerstoffs√§ttigung l√§sst sich sehr einfach mit einem Pulsoximeter messen.
  • COPD wird h√§ufig von reduzierten kardialen Funktionen sowie erh√∂htem Blutdruck begleitet. Daher sollte auch der Blutdruck w√§hrend dem Training beobachtet werden. Lesetipp: Bewegung bei Bluthochdruck
  • Jedes Training sollte IMMER mit einer Aufw√§rmphase beginnen und mit einer Cool-Down Phase enden (also ohne abrupten Abbruch).
  • Individuelle Details, sowie auftretende Unsicherheiten sollten immer mit dem/der behandelnden Arzt/√Ąrztin besprochen werden. Auf diese Weise kann das optimale Training verfolgt werden und mehr Lebensqualit√§t gewonnen werden.

Vor allem die ganzheitliche Integration von Ausdauer-, Kraft und Beweglichkeitstraining kann sehr gut angenommen werden. Die Häufigkeiten und Intensitäten des Trainings sollten nach den funktionellen Tests mit dem behandelnden Arzt oder Trainingstherapeuten abgesprochen werden.

Ausdauertraining:

Das Ausdauertraining kann bei niedrigen oder h√∂heren Intensit√§ten ausgef√ľhrt werden (je nach individuellem Ergebnis der funktionellen Tests), und dabei jeweils in kontinuierlicher Form oder als Intervalltraining. Studien konnten hier gleiche Effekte beobachten.

Alle Aktivitäten, die große Muskelgruppen involvieren, sind vorteilhaft - zum Beispiel Fahrradfahren, Gehen und Nordic Walking, oder verschiedene Formen des Fitnesstrainings.

Krafttraining:

Beim Krafttraining sollte die Kraftausdauer im Vordergrund stehen und dabei Muskelgruppen trainieren, welche f√ľr Alltagsbewegungen wichtig sind (sowohl die Beinmuskulatur f√ľr die allgemeine Fortbewegung, aber auch die Rumpf- und Schulter-/Armmuskulatur).

Beweglichkeitstraining:

Regelm√§√üiges Dehnen wird auch bei COPD empfohlen und sollte Beweglichkeits√ľbungen f√ľr alle gro√üen Muskelgruppen des K√∂rpers enthalten ‚Äď vom Nacken- und Schulterbereich, √ľber den Rumpf, bis zu den Beinmuskeln. Diese √úbungen k√∂nnen bei jedem Training integriert werden, oder auch als separate Trainingseinheit. Auch hier sollte das Aufw√§rmen nicht vergessen werden.

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