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Beitragsreihe Stress & Entspannung - (1) Wirkung von Stress

Stress und Entspannung

Aus dem Gleichgewicht - was bedeutet Stress fĂŒr unseren Körper?

In dieser Beitragsreihe möchten wir euch einen Einblick in wichtige Aspekte von Stress und Entspannung verschaffen, euch eine sehr einfache Entspannungsmethode vorstellen und wie erfolgreich diese in verschiedenen Bereichen wirken kann.

Um den Begriff „Stress“ zu verstehen, betrachten wir die menschliche Reaktion auf sogenannte Stressoren – die möglichen Auslöser von Stress. Diese wirken entweder von außen (Ă€ußere Stressoren) oder von innen (innere Stressoren) auf uns ein.

Die Ă€ußeren Stressoren werden ĂŒber die Sinnesorgane wahrgenommen, zum Beispiel in Form von LĂ€rm ĂŒber die Ohren, oder Gefahrensituationen ĂŒber die Augen. Wie stark man davon „gestresst“ ist, hĂ€ngt von der interindividuell unterschiedlichen Wahrnehmung ab – nicht jeder empfindet zum Beispiel LĂ€rm als gleichen Stressor.

Noch unterschiedlicher sind die Empfindungen bei den inneren Stressoren. Diese wirken als Produkt des Neocortex (das ist ein Teil unseres Gehirns) und sind grĂ¶ĂŸtenteils von unseren bisherigen Lernerfahrungen im Leben abhĂ€ngig.

Äußere und innere Stressoren stehen in einer Wechselwirkung zueinander und fĂŒhren wie erwĂ€hnt von Person zu Person zu sehr unterschiedlichen Wahrnehmungen von Stress. Unter Stress versteht man also die Summe der körperlichen VorgĂ€nge wĂ€hrend der Mensch Stressoren erlebt.

Aber was genau machen diese Stressoren nun mit uns? Stressoren verschieben unsere autonome Balance. Dabei handelt es sich um ein Gleichgewicht in unserem Körper, welches unwillkĂŒrlich von unserem vegetativen Nervensystem gesteuert wird. Das sind eine Vielzahl an Körperfunktionen, die quasi automatisch von unserem Körper gesteuert werden: die Atmung, der Kreislauf, die Körpertemperatur, der Stoffwechsel, die Verdauung,
 und genau diese Körperfunktionen mĂŒssen in einem stetigen Gleichgewicht (in einer Homöostase) gehalten werden.

Diese Arbeit ĂŒbernehmen der Sympathikus und Parasympathikus (als Teil dieses vegetativen Nervensystems).

Test

Der Sympathikus ist dafĂŒr zustĂ€ndig, unseren Körper auf Leistung vorzubereiten. Seine Aufgabe ist es, Energie im Körper zu mobilisieren, um auf eine empfundene Gefahr (einen Stressor) reagieren zu können – im klassischen Sinne: um zu kĂ€mpfen oder zu flĂŒchten.

Dem entgegen steht der Parasympathikus, dessen Aufgabe darin besteht, unsere Körperenergie wieder aufzubauen und zu konservieren.

Das ist ein sehr sinnvolles System, welches uns erlaubt, gut (schnell und kraftvoll) auf Stress reagieren zu können und uns danach wieder zu erholen und KrÀfte zu sammeln.

Problematisch wird es aber dann, wenn dieses Gleichgewicht aus der Balance gerĂ€t. Wird unser Körper wiederholend und mit zu geringen Pausen Stressoren ausgesetzt, hat er zu wenig (oder im schlimmsten Fall gar keine) Zeit, sich zu erholen. Es kommt durch die vielen Stressreaktionen zu einer sogenannten sympathikotonen Dominanz: es werden zu viele Hormone ausgeschĂŒttet, was sich auf Dauer negativ auf den Körper auswirkt.

Die Folge sind Stresskrankheiten und funktionelle Störungen. Beginnend mit einer Alarmreaktion (wo eine erhöhte HormonausschĂŒttung stattfindet), geht der Körper ĂŒber in eine Phase des Widerstandes (wo weitere Hormone bereits Hemmungen und Störungen auslösen, zum Beispiel im Stoffwechsel, in der Empfindlichkeit, im Menstruationszyklus oder in der SchilddrĂŒsenfunktion), und endet dann in einer Erschöpfungsphase (in der wichtige Funktionen fĂŒr Wachstum, Regenerierung und Widerstand gegen Infektionen zusammenbrechen). Aber es ist nicht zu spĂ€t:

Um das zu verhindern oder rĂŒckgĂ€ngig zu machen, ist es wichtig, die Balance zwischen Stress und Erholung – zwischen Spannung und Entspannung – wiederherzustellen.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu erholen und zu entspannen: sei es aktiv draußen in der Natur, oder beim Yoga, oder passiv beim Lesen, beim Malen, bei der Meditation,
 auch hier sind wir alle wieder unterschiedlich gestrickt und mĂŒssen einfach unsere Favoriten entdecken.

Eine sehr einfach zu erlernende, wenig Zeit in Anspruch nehmende und wissenschaftlich belegte Technik zur erfolgreichen Entspannung ist die „Progressive Muskelentspannung“. Diese wird unser Schwerpunkt in dieser Beitragsreihe sein – im nĂ€chsten Beitrag erfahrt ihr mehr ĂŒber diese Methode!

Übersicht

Hier ist eine Übersicht unserer Beitragsreihe zum Thema Stress & Entspannung fĂŒr euch - folgt uns auf Instagram und Facebook und bleibt informiert, wann unsere nĂ€chsten BeitrĂ€ge veröffentlicht werden!

  1. Aus dem Gleichgewicht - was bedeutet Stress fĂŒr unseren Körper?
  2. NÄCHSTES THEMA: Was ist „Progressive Muskelentspannung“ (PMR)?
  3. Wie wirkt sich Entspannung auf physiologische (körperliche) Funktionen aus?
  4. In welchen Bereichen findet die PMR Anwendung?
  5. Wie wirkt PMR bei erhöhtem Blutdruck?
  6. Wie effektiv ist PMR bei Neurodermitis?
  7. Wirkt die PMR auf unsere Stimmungslage?
  8. Vorstellung einer „gekĂŒrzten“ Variante der PMR
  9. Welchen Einfluss hat PMR auf den Cortisolgehalt (Stresshormon)?
  10. Wie wirkt PMR bei Menschen mit Angstneurosen?
  11. Wie hilft PMR bei Magen-Darm-Problemen?
  12. Eure Wunschthemen! Stress und Entspannung haben so vielschichtige Wirkungen auf unsere Gesundheit, sodass annĂ€hernd jeder Lebensbereich betroffen sein kann. Gibt es ein Thema, das euch speziell interessiert und in dieser Beitragsreihe fĂŒr euch noch zu kurz gekommen ist? FĂŒhlt euch frei, uns eure Wunschthemen zu senden!